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Drei Tage über den Kamm des Altvatergebirges: von Ostružná über den Altvater nach Stará Ves

Drei Tage über den Kamm des Altvatergebirges: von Ostružná über den Altvater nach Stará Ves

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Distanz
57.6 km
Höhengewinn
+2206 m
Dauer
15h 40m
Schwierigkeit
Hard
Höhenprofil Höchste 1461 m Am niedrigsten 672 m
Höhenprofil: 672–1461 m über 57.6 km.

Drei Tage, 58 Kilometer und fast alle großen Gipfel des Altvatergebirges am Stück. Am Karfreitag stiegen meine Freundin und ich in Ostružná aus dem Zug, am Ostersonntag kamen wir vormittags in Stará Ves bei Rýmařov an. Dazwischen lagen Smrk, Šerák, Keprník, der Altvater (Praděd) und die Vysoká hole. In den Tälern war Anfang April schon Frühling, aber oberhalb von etwa 1.100 Metern war der Kamm noch weiß.

Erster Tag: vom Bahnsteig zum Červenohorské sedlo

Der Zug von Šumperk nach Jeseník hält genau dort, wo die Tour beginnt. Um 10:52 liefen wir bei blauem Himmel am Bahnhof Ostružná los und stiegen durch den Wald an der Jagdhütte Císařka vorbei auf den Smrk (1.127 m). Er ist der höchste Berg des Reichensteiner Gebirges (Rychlebské hory), und über seinen Gipfel verläuft die polnische Grenze. Die rote Markierung führt dann hinunter nach Ramzová. Gegen drei standen wir im Ramzovské sedlo auf 760 m. Hier endet das Reichensteiner Gebirge und das Hohe Gesenke (Hrubý Jeseník) beginnt.

Jetzt folgt der lange Anstieg des Tages, knapp 600 Höhenmeter hinauf zum Šerák (1.351 m), den wir um 17:26 erreichten. An der Chata Jiřího kurz unterhalb des Gipfels machten wir zwanzig Minuten Pause. Eine Stunde später standen wir auf dem verschneiten Keprník (1.423 m) im tiefen Abendlicht, und von dort stammt das erste Foto der Galerie. Die Sonne ging um 19:32 unter. Das letzte Stück über die Červená hora liefen wir deshalb in der Dämmerung und kamen um 20:27 am Červenohorské sedlo an. Am Ende waren es 27,8 km und rund 1.340 Höhenmeter im Aufstieg, neuneinhalb Stunden nach dem Aussteigen aus dem Zug.

Ein Bett suchten wir an diesem Abend nicht. Wir schliefen draußen unter den Sternen, direkt auf dem Schnee am Červenohorské sedlo. So ein Biwak ist aber nur in Ordnung, wenn man sich an die Regeln des Schutzgebiets hält, dazu unten mehr.

Zweiter Tag: über den Altvater zur Jelení studánka

Der Samstag war grau. Um 10:06 brachen wir am Sattel auf und folgten dem Kamm an der Výrovka vorbei über Malý und Velký Jezerník. Hier lag auf dem ganzen Forstweg Schnee, durchzogen von Skispuren. In der Švýcárna (12:36) blieben wir eine halbe Stunde, dann ging es hinauf auf den Altvater. Mit 1.491 m ist er der höchste Berg Mährens und Schlesiens. Am Fuß des Sendeturms, in dem auch ein Restaurant steckt, legten wir vierzig Minuten Pause ein. An den Petrovy kameny (Petersteine) und U Barborky vorbei stiegen wir zur Ovčárna ab und gleich wieder hinauf auf die Vysoká hole (1.464 m), wo wir um halb sechs ankamen. Östlich des Gipfels fallen die Hänge in die Velká kotlina ab. In diesem Kar gehen die meisten Lawinen des Gebirges ab, meist im Frühjahr. Der markierte Weg bleibt oben auf dem Kamm. Die Jelení studánka erreichten wir um 18:48, nach 19,3 km und 770 Höhenmetern.

Dritter Tag: hinunter nach Stará Ves

Die zweite Nacht verbrachten wir in der steinernen Schutzhütte an der Jelení studánka. Am Morgen hing Nebel über dem Kamm, und rund um die Hütte lagen nur noch Schneereste. Um 6:14 ging die Sonne hinter dem Nebel auf, um 7:38 machten wir uns auf der roten Markierung auf den Weg Richtung Rýmařov. Bald war der Schnee ganz verschwunden, und kurz vor Stará Ves läuft der Weg neben einem schmalen Wassergraben durch den Wald. Um 11:00 waren wir im Ort, 10,7 km weiter und 700 Meter tiefer.

Gut zu wissen

Die Züge der Strecke 292 halten in Ostružná und in Ramzová, man kann den ersten Tag also auch im Ramzovské sedlo beenden. Von Stará Ves fährt der Bus 880 zum Bahnhof Rýmařov, von dort geht es mit dem Zug nach Valšov. Wer am Wochenende oder an einem Feiertag unterwegs ist, sollte den Fahrplan vorher prüfen. Die Chata Jiřího auf dem Šerák hat im April nur eingeschränkt geöffnet, weil der Sessellift aus Ramzová dann zur jährlichen Wartung stillsteht. Die Švýcárna hat täglich offen. Die steinerne Hütte an der Jelení studánka gehört den tschechischen Staatsforsten Lesy ČR, bietet Platz für fünfzehn Leute und ist nur für eine Notnacht gedacht, wenn das Wetter umschlägt oder die Kräfte ausgehen. Gleich daneben gibt es eine Quelle, Feuer ist verboten. Im Landschaftsschutzgebiet CHKO Jeseníky ist Campen außerhalb der Ortschaften und ausgewiesener Plätze verboten. Eine einzelne Nacht ohne Zelt, nach der keine Spuren zurückbleiben, gilt allerdings als Biwak und nicht als Campen. Anders in den Nationalen Naturreservaten Praděd und Šerák-Keprník. Dort darf man die markierten Wege das ganze Jahr nicht verlassen, und Biwakieren ist dort gar nicht erlaubt. Bevor man die Isomatte ausrollt, sollte man also wissen, wo die Reservatsgrenze verläuft. Anfang April 2026 ließ sich der Schnee auf dem Kamm in normalen Wanderschuhen gut begehen, Grödel oder Schneeschuhe brauchten wir nicht. In einem anderen Jahr kann das ganz anders aussehen. Die Bergwacht Horská služba ist unter 1210 erreichbar. Eine Stirnlampe gehört ebenfalls in den Rucksack, denn am 3. April ging die Sonne über dem Keprník um 19:32 unter.

Wer einen Tag übrig hat, findet auf der Ostseite des Gebirges einen Klettersteig in Ludvíkov.

Routentyp: Point to point
Beste Monate: Apr May Jun Jul Aug Sep Oct
Maximale Höhe: 1491 m
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